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Iris Minder | Theateratelier: Brühlstrasse 10 | 2540 Grenchen

Jugendtheater A.R.T.H.U.S

Grenchen, 21.04.2026
Liebe Theaterfreundinnen
Liebe Theaterfreunde
Mit DER UNGARISCHE GRAF habe ich letzten November meinen geliebten Beruf an den Nagel gehängt. Letztes Stück. Letzte Inszenierung. Letzte Organisation. Noch immer höre ich viele Leute sagen: «Du wirst es nicht lassen können.» «Du kannst deine Kreativität nicht abschalten.»

Dazu ist zu sagen: Doch, ich hätte es lassen können. Allerdings stimmt es, dass man Kreativität nicht einfach abschalten kann. Das bleibt vermutlich bis zum letzten Atemzug so – sofern meine grauen Hirnzellen sich nicht total verkleben und abbauen. Einen Roman schreiben über ein Thema, das mir schon sehr lange am Herzen liegt, Texte lernen fürs Spielen als Hobby bei den Senioren (geleitet von Lorenz Probst), Gitarre lernen und täglich mit Freude üben: Das wäre genug an Kreativität und Auslastung – neben der körperlichen Ertüchtigung im Fitnesscenter der Physiotherapie Langendorf und den Spaziergängen mit der fünfzehnjährigen Mira (27.4.2026).

Aber dann kommt es halt anders. Das Kindertheater BLITZ kann auf bald 21 Jahre sehr erfolgreicher, lebendiger, wilder, kreativer und aufregender Theaterarbeit zurückblicken. Ein unglaublich grosses Glück für diese Kindergruppe ist, dass Nadja Rehli vor bald elf Jahren die Leitung übernommen hat. Was für erinnerungswürdige, unglaublich kreative Vorstellungen haben diese elf Jahre geprägt – sogar zusammen mit dem Stadtorchester Grenchen (initiiert von Ruwen Kronenberg). Ja, man kann schon sagen: Das Kindertheater BLITZ schenkte über all die Jahre vielen, vielen Kindern Mut, Selbstbewusstsein, Teamgeist, Zusammenhalt, Solidarität, die Fähigkeit, aufeinander einzugehen, einander zuzuhören und eigene Welten zu entwickeln. All das also, was Menschsein ausmacht. Sie lernen spielerisch genau das, was es im Alltag und im Berufsleben braucht. Und sie leben in ihrer Freizeit nicht nur in digitalen Welten, sondern in der Realität.

Ja, BLITZ ist sozusagen in die Jahre gekommen. Das heisst nicht, dass es alt ist, aber viele Kinder sind inzwischen Jugendliche. Nach der Zusammenarbeit mit den BLITZ-Kindern und Jugendlichen bei DER UNGARISCHE GRAF zeigte sich deutlich, dass es für die Jugendlichen weitergehen soll. So hatte Nadja Rehli, diplomierte Theaterpädagogin, die Idee, zusätzlich zum Kindertheater BLITZ eine Jugendtheatergruppe ins Leben zu rufen.

Aber eben: Dann kommt es anders, als man denkt. Nadja wird im September ihr zweites Kind bekommen. Dazu zügelt sie mit ihrer Familie nächstens wieder in unsere Gegend. Jetzt noch das Jugendtheater zu gründen und eine ganze Produktion durchzuführen, wäre nicht möglich gewesen. Da ihr und auch mir die Jugendlichen – inzwischen sind es 18 – sehr am Herzen liegen, habe ich mich entschlossen, diese erste Produktion zu übernehmen: GEIZHÄLSE (sehr, sehr frei nach Molières DER GEIZIGE). Darauf freue ich mich, und die gestrige erste Probe zeigte mir deutlich, mit welcher Lust, Freude und mit welchem Herzensengagement sich diese jungen Menschen fürs Spielen begeistern. Miro Nardini wird an meiner Seite das Organisatorische übernehmen, und zwar zusammen mit den Jugendlichen. Ich ziehe im Hintergrund einfach noch ein bisschen hilfreich an den Fäden.
Ich freue mich darauf, bis Januar nochmals einzusteigen: Regie, Inszenierung, zusammen mit einer Gruppe für Kostüme, Bühnenbild, Maske und Requisiten – und nur am Rande das leidige Organisieren mit den Gruppen für Spielort, Finanzen, PR/Werbung und Sponsoring. Das übernimmt Miro, der auch selbständig gewisse Szenen einstudieren wird.

Im Januar 2027 wird dann A.R.T.H.U.S. zum ersten Mal auf der Bühne zu sehen sein. Der witzige und kreative Name stammt übrigens von einem der Jugendlichen: Raphael Luginbühl.

Ich freue mich,
dass Nadja das Jugendtheater initiiert hat,
dass Nadja bald wieder in der Nähe lebt,
dass Nadja ihr zweites Kind zur Welt bringen wird,
dass Nadja mir den Start und die erste Produktion der Jugendtheatergruppe anvertraut,
dass ich noch ein Jahr mit diesen hoffnungsvollen jungen Menschen arbeiten darf.

Ich hoffe jedoch, dass ich das wirklich schaffe …

Alles Liebe
Iris Minder
P.S.: Erklärung des Jugendtheaternamens siehe Zeitungsartikel im Grenchner Tagblatt vom 21.4., inklusive Gruppenfoto:

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