Ansammlung raffinierter Theaterschaffender
hinter unglaublicher Schauspielkunst
Wenn aus Kindertheater Jugendtheater wird – und junge Menschen ihre eigene Bühne erobern.
Wenn Kinder dem Kindertheater entwachsen
Irgendwann kommt der Moment, in dem Kinder dem Kindertheater entwachsen. Die Freude am Spielen, am Verwandeln und am gemeinsamen Erarbeiten einer Geschichte ist damit längst nicht vorbei.
Genau aus diesem Gedanken ist A.R.T.H.U.S. entstanden. Initiiert wurde das neue Jugendtheater von Nadja Rehli, die seit vielen Jahren das Kindertheater BLITZ leitet. Viele der jungen Menschen kennen die Bühne bereits aus ihrer Zeit beim BLITZ. Jetzt gehen sie gemeinsam einen Schritt weiter.
Spielen
Rollen entdecken, Figuren entwickeln, Texte erarbeiten und gemeinsam herausfinden, was eine Szene lebendig macht.
Mitgestalten
Kostüme, Bühnenbild, Requisiten, Maske, Werbung und Sponsoring gehören genauso zur Produktion wie die Arbeit auf der Bühne.
Verantwortung
A.R.T.H.U.S. lebt davon, dass die Jugendlichen eigene Ideen einbringen, Aufgaben übernehmen und das gemeinsame Projekt mittragen.
Molière – und eine junge Truppe von heute
Für die erste Produktion übernimmt Iris Minder die Regie. Gemeinsam mit 19 Jugendlichen widmet sie sich einem Klassiker: «Der Geizige» von Molière.
Iris Minder hat die Komödie auf Wunsch der jungen Truppe neu dramatisiert. Der jahrhundertealte Stoff soll auf der Bühne lebendig werden und zu den Menschen passen, die ihn heute spielen.
Dabei geht es um weit mehr als um das Auswendiglernen eines Textes. Figuren müssen wachsen, Beziehungen entstehen, Situationen verstanden und immer wieder neu ausprobiert werden.
Unterstützt wird Iris Minder von Miro Nardini als Regieassistent.
Theater entsteht an vielen Orten
Wer im Publikum sitzt, sieht am Ende die Schauspielerinnen und Schauspieler auf der Bühne. Bis es so weit ist, haben viele Hände gearbeitet.
Bei A.R.T.H.U.S. lernen die Jugendlichen auch diese Seite des Theaters kennen. Eine Gruppe beschäftigt sich mit Sponsoring, andere kümmern sich um Werbung, Kostüme, Requisiten, Bühnenbild oder Maske.
So wird aus einer Probe nach und nach eine ganze Produktion. Jede Aufgabe trägt ihren Teil dazu bei, dass sich am Premierenabend tatsächlich der Vorhang öffnen kann.
Theater entsteht dort, wo Menschen gemeinsam etwas wagen, das einer allein niemals auf die Bühne bringen könnte.
Wenn Kleider plötzlich Figuren werden
Ein Besuch im Kostümfundus gehört zu jenen Momenten, in denen Theater augenblicklich sichtbar wird. Da hängen Röcke neben Uniformen, Hüte warten auf neue Köpfe, und manches Kleidungsstück scheint bereits eine Geschichte mitzubringen.
Für die Jugendlichen bedeutet das: suchen, kombinieren, fotografieren, ausprobieren – und gelegentlich auch herzhaft lachen. Manchmal genügt ein Hut, eine Brille oder eine viel zu grosse Kette, und eine Figur beginnt plötzlich zu leben.
Ein Klassiker trifft auf eine junge Theatergeneration. Bis Januar 2027 wird geprobt, verworfen, neu gedacht, ausprobiert und weiterentwickelt.
Und irgendwann wird aus all diesen einzelnen Teilen ein gemeinsamer Theaterabend.
Zeit zum Wachsen
Bis zu den ersten Vorstellungen bleibt Zeit. Das ist gut so. Eine Theatergruppe muss sich finden, Figuren müssen wachsen und aus vielen einzelnen Ideen muss allmählich ein Ganzes werden.
Man probiert aus, verwirft wieder, diskutiert, organisiert, sucht Kostüme, lernt Text, entwickelt Szenen – und lernt dabei auch die anderen und sich selbst ein Stück besser kennen.
Genau darin liegt ein besonderer Reiz des Jugendtheaters: Am Ende steht eine Aufführung. Der Weg dorthin gehört genauso zum Erlebnis.
Auf einen Blick
Bis dahin wird geprobt.
Und vermutlich noch einiges mehr. Denn wenn 19 junge Menschen gemeinsam Theater machen, entsteht am Ende meist weit mehr als ein Theaterstück.